Neapel!

Ob man es nun besucht hat oder nicht: Welche Sehnsüchte weckt allein der Name der Stadt im Nordmann. Hier kristallisiert sich der Drang nach Italien, dem Süden. Ja vielleicht die Sehnsucht schlechthin.
Nicht nur die Sonne, auch die Musik hat es gut gemeint mit der Stadt am Vesuv: Sie darf sich durchaus Wiege der Oper nennen. Mit der Canzone Napoletana stellt sie die einflussreichste Volksmusik Italiens und mit Enrico Caruso den schillerndsten Namen am Opernhimmel. Mal abgesehen von all dem: Der Neapolitanische Sextakkord! Liebling aller Harmonielehrer. Welche Stadt darf sich denn noch rühmen, dass gleich ein ganzer Akkord nach ihr benannt wurde?
Unternommen wird diese musikalische Stadtwanderung nicht von waschechten Neapolitanern, sondern vom durchaus deutschelnden duo kirchnermetzger. Die beiden kennen sich vielleicht mit dem kniffligen neapolitanischen Dialekt weniger gut aus, dafür umso mehr mit sehnsuchtsvoller Hingabe und geistreich-unterhaltsamer Programmwahl. Ein schöner Tenor und eine gezupfte Begleitung sind für ein solches Repertoire jedenfalls das einzig richtige Instrumentarium.
Aber taugen die Musiker hierzu? Denn als Nicht-Italiener Canzoni singen: Das bleibt Zitat.
Und deshalb will das duo kirchnermetzger nicht nur mit Italienischem die Sehnsucht des Publikums anheizen, sondern auch mit deutschen Dichtern, Komponisten, Schriftstellern und Schlagersängern nach dem sonnigeren Leben jenseits der Alpen lechzen. Das Ganze wird wie immer mit so voll Inbrunst und Geistesreichtum präsentiert, dass am Ende nur noch der beifällige Seufzer bleibt:
Neapel sehen, duo kirchnermetzger hören und sterben!

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